DocsKI-Training Coach🧠 ML Grundlagen

Was ist Machine Learning?

Die Grundlage von allem – verstehe, bevor du trainierst

Machine Learning (ML) ist ein Teilgebiet der künstlichen Intelligenz, das Computer befähigt, aus Erfahrung zu lernen. Statt einem Computer exakte Regeln zu geben, zeigst du ihm Beispieldaten – und er findet selbst die Muster darin. Das Ergebnis heißt Modell.

Klassische Programmierung vs. Machine Learning

Klassisch: Regeln + Daten → Antworten
ML: Daten + Antworten → Regeln (das Modell)
Beim ML lernt der Computer die Regeln selbst heraus.

Die drei grundlegenden Lernparadigmen

🎯

Supervised Learning

Du gibst dem Modell Daten MIT korrekten Antworten (Labels). Es lernt die Zuordnung von Eingabe zu Ausgabe.

Beispiel: E-Mail → "Spam" oder "Kein Spam"

Anwendung: Klassifikation, Regression, NLP

🔍

Unsupervised Learning

Das Modell bekommt nur Daten OHNE Labels. Es sucht selbst nach Mustern, Clustern und Strukturen.

Beispiel: Kunden nach Kaufverhalten gruppieren

Anwendung: Clustering, Dimensionsreduktion

🎮

Reinforcement Learning

Das Modell lernt durch Belohnung und Bestrafung in einer Umgebung. Es optimiert seine Strategie.

Beispiel: Schach spielen, RLHF bei ChatGPT

Anwendung: Robotik, Spiele, RLHF

Wichtige ML-Begriffe – das Vokabular

Modell

Die "Intelligenz" – eine mathematische Funktion mit Millionen gelernter Parameter, die Eingaben auf Ausgaben abbildet.

Parameter / Gewichte

Die internen Zahlen des Modells. Sie werden beim Training optimiert und sind das "Wissen" des Modells.

Training

Der Prozess, bei dem das Modell seine Parameter durch Beispieldaten iterativ verbessert.

Inferenz

Das Anwenden des fertig trainierten Modells auf neue, ungesehene Daten.

Dataset

Die Sammlung von Trainingsbeispielen. Qualität und Quantität sind entscheidend.

Epoch

Ein vollständiger Durchlauf durch ALLE Trainingsdaten.

Batch

Eine kleine Untergruppe der Trainingsdaten, die gleichzeitig verarbeitet wird.

Loss (Verlust)

Ein Zahlenwert, der angibt, wie "falsch" das Modell aktuell liegt. Je niedriger, desto besser.

Gradient

Die mathematische Richtungsangabe, in die Parameter geändert werden müssen, um den Loss zu senken.

Overfitting

Das Modell lernt Trainingsdaten "auswendig" statt zu generalisieren – schlechte Performance auf neuen Daten.

Underfitting

Das Modell ist zu einfach oder zu kurz trainiert – schlechte Performance auf Training UND Testdaten.

Generalisierung

Die Fähigkeit, auf ungesehenen Daten gut zu performen. Das eigentliche Ziel des Trainings.

Warum Fine-Tuning statt Training von Grund auf?

Ein LLM wie GPT oder LLaMA von Grund auf zu trainieren kostet Millionen von Euro und erfordert tausende GPUs über Wochen. Mit Fine-Tuning nimmst du ein bereits vortrainiertes Modell – das schon Sprache, Fakten und Logik kennt – und spezialisierst es für deine Aufgabe. In Stunden statt Monaten, auf deiner eigenen GPU.

Training von Grund auf (Pretraining)

  • ⏱ Wochen bis Monate Rechenzeit
  • 💰 Hunderttausende bis Millionen €
  • 📦 Milliarden Trainingsdaten benötigt
  • 🖥 Hunderte bis tausende GPUs gleichzeitig
  • 🧑‍💻 Nur für große Organisationen realistisch

Fine-Tuning (mit FrameTrain)

  • ⏱ Minuten bis wenige Stunden
  • 💰 Praktisch kostenlos (eigene Hardware)
  • 📦 Hundert bis tausend Beispiele reichen
  • 🖥 1 GPU – dein eigener Computer
  • 🧑‍💻 Für jeden machbar

Transferlernen: Das Fundament von Fine-Tuning

Fine-Tuning basiert auf Transfer Learning: Das Vorwissen eines großen vortrainierten Modells (Grammatik, Fakten, Logik, Code) wird auf eine neue, spezifische Aufgabe übertragen. Nur ein Bruchteil der Parameter muss angepasst werden.

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Basismodell
(7B Parameter)

Fine-Tuning
🎯

Spezialisiertes
Modell

Das Basismodell "kennt" bereits Sprache. Fine-Tuning lehrt es deinen spezifischen Anwendungsfall.