DocsKI-Training Coach📦 Dataset-Mastery

Datenqualität & -menge

Die wichtigste Grundlage für jedes erfolgreiche Training

Garbage In, Garbage Out – das eiserne Gesetz des ML

Das beste Modell und die perfektesten Hyperparameter können aus schlechten Daten keine guten Ergebnisse machen. Datenqualität übertrumpft fast immer Modellgröße und Hyperparameter-Tuning.

Wie viele Daten brauche ich?

Die benötigte Datenmenge hängt stark von der Aufgabe, dem Basismodell und der gewünschten Qualität ab. Als grobe Richtlinien (für Fine-Tuning auf vortrainierten Modellen):

Binäre Klassifikation (z.B. Positiv/Negativ)Min: 100–5001.000–5.00010.000+
Multi-Klassen (5–20 Klassen)Min: 500–2.0005.000–20.00050.000+
Named Entity Recognition (NER)Min: 1.000 Sätze5.000–10.00050.000+
Instruction Following / ChatMin: 500–1.0005.000–10.00050.000+
Stilanpassung / Domain AdaptationMin: 100–5001.000–5.00010.000+
Übersetzung (spezifische Domäne)Min: 2.000 Paare10.000–50.000100.000+
ZusammenfassungMin: 1.000 Paare5.000–20.00050.000+

Hinweis: Diese Werte gelten für Fine-Tuning auf starken vortrainierten Modellen. Training von Scratch benötigt 10–100× mehr Daten.

Qualität > Quantität

Bei LLMs ist Qualität deutlich wichtiger als Quantität. 100 perfekt kuratierte Beispiele schlagen oft 1.000 schlechte. Das InstructGPT-Paper zeigte: 13.000 sorgfältig ausgewählte RLHF-Beispiele reichten, um GPT-3 zu einem hilfreichen Assistenten zu machen.

Datenqualitäts-Checkliste

Keine oder wenige Duplikate

Exact-Match oder Fuzzy-Dedup (MinHash). Duplikate lassen das Modell diese Beispiele stärker gewichten.

Korrekte Labels (manuelle Stichproben)

5–10% des Datasets manuell prüfen. Fehlerhafte Labels sind häufiger als gedacht.

Konsistente Formatierung

Einheitliches Encoding (UTF-8), konsistente Trennzeichen, einheitliche Label-Schreibweise.

Keine korrupten/extremen Einträge

Filter: min_length=10 Zeichen, max_length=2048 Token. HTML-Tags entfernen.

Ausgewogene Klassenverteilung

Imbalance-Ratio messen. Wenn >5:1: Balancing erwägen (Kapitel 4 in diesem Abschnitt).

Repräsentativer Inhalt

Testdaten sollen echter späterer Nutzung entsprechen. Kein "einfacheres" Dataset als in Produktion.

Kein Data Leakage

Strikte Trennung Train/Val/Test. Kein Test-Material im Training.

Datenschutz und Lizenzen geprüft

Keine PII (personenbezogene Daten) ohne Anonymisierung. Lizenzen der Quelldaten prüfen.

Datenquellen und ihre Qualität

Manuell annotierte DatenSehr hochSehr hochGold-Standard
Crowd-sourced (MTurk, etc.)Mittel–HochMittelQualitätskontrolle nötig
LLM-generierte DatenMittelNiedrigHalluzinationen filtern
Web-Scraping (gefiltert)MittelNiedrigIntensive Filterung nötig
Synthetisch (Regel-basiert)Niedrig–MittelSehr niedrigBegrenzte Vielfalt
Bestehende öffentliche DatasetsVariiertSehr niedrigLizenz prüfen!